Monthly Archives: März 2012

MEDIA Geschichte

Schon in den 1960er Jahren konnte man erste Initiativen für die gemeinsame Medienpolitik in Europa erkennen. Leider scheiterten Abkommen, welche die europäischen Koproduktionen und deren Förderungen erleichtern sollten, an den unterschiedlichen Vorstellungen und Interessen der einzelnen Nationen. Erst im Jahre 1988 wurde vom Europarat ein erster Koproduktionsfonds gegründet, der auch heute noch besteht. Er heißt Eurimages.

Der Vorgänger der EU, die Europäische Gemeinschaft (EG) war jedoch noch immer dabei, ein Konzept zur Filmförderung der Filmwirtschaft in Europa auszuarbeiten. Dies sollte sich nicht nur auf die Produktion beschränken (es gab in den einzelnen Ländern bereits einige Projekte hierfür), sondern auch auf die internationale Verbreitung der europäischen Filme.

Bis zum Jahr 1987 erreichten die allerersten Projekte ihre Einführungsphase. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits über 2000 Fachleute an der Erarbeitung der Projektkonzepte und -vorschläge beteiligt.  
Folglich wurden zwischen 1987 und 1990 neun Förderprogramme getestet, was ihre Praxistauglichkeit betraf. Darunter waren die heute noch bestehende Initiative „Cartoon“, sowie das europäische Filmbüro in Hamburg (EFDO), welches mittlerweile als European Film Production tätig ist (EFP).

Am 21.12.1990 wurde vom Rat der Europäischen Gemeinschaft ein Beschluss gefasst, der die Durchführung eines Aktionsprogramms (MEDIA, von 1991-1995) verordnete. Dieses erste MEDIA – Programm verfügte über ein Gesamtbudget von etwa 200 Millionen ECU (Vorläufer des Euro). Man gründete in jedem europäischen Land Büros, um die Kooperation zwischen der EG und dem betreffenden Land zu ermöglichen. Schon zu damaliger Zeit wurde der Verleih und Vertrieb der Filme gefördert. Außerdem wurde in die Aus – und Weiterbildung Filmschaffender investiert, zum Beispiel in die MEDIA Business School.

Im Jahre 1996 kam das Nachfolgeprogramm MEDIA II heraus, mit einem Budget von 310 Millionen ECU. Das Projekt nahm Verbesserungen bezüglich dem ersten Programm auf und gliederte sich in drei Hauptkriterien, nämlich die Projektentwicklung, den Vertrieb und die Fortbildung. Nach MEDIA II kam MEDIA Plus (2001 – 2006), welches 483 Millionen Euro bekam. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren 31 Mitgliedsländer aktiv, darunter auch die Schweiz. Seit 2007 ist das Programm MEDIA 2007 aktiv,  mit einem Gesamtbudget von 755 Millionen Euro. Die Mitgliedsstaaten haben sich auf 32 erhöht.

MEDIA Desks

Die MEDIA Desks sind in den betreffenden europäischen Ländern als Zentrale eines Netzwerkes von Informationen tätig. Sie informieren über das vielseitige Förderangebot des MEDIA Programms. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den MEDIA Antennen.

Ein solches Informationsbüro hat viele Aufgaben, wie etwa eine Beratung über die umfangreiche Antragstellung von Interessenten an der Förderung. Außerdem betreibt ein solches Informationsbüro ein großes Archiv über die Filmwirtschaft und die Filmpolitik im jeweiligen Mitgliedsland. Dieses Archiv wird gerne von Studenten, Journalisten oder Wissenschaftlern genutzt. Außerdem betreibt ein Informationsbüro eine Internetseite, auf der man alle Ausschreibungen für die MEDIA Förderungen abrufen und online einsehen kann. Diese Seite enthält auch eine umfangreiche Adressdatenbank, die auch die Kontaktdaten der Desks anderer MEDIA Länder enthält, zum Beispiel die des MEDIA Desk Luxemburg.

Jeden Monat wird eine Infomail vom MEDIA Desk an alle Interessenten geschickt, welche die wichtigsten aktuellen Informationen und Neuigkeiten enthält. Des Weiteren kommt einmal jährlich das „MEDIA Magazin“ heraus, welches über Einreichtermine, Änderungen der Förderpraxis, Förderergebnisse und andere Neuigkeiten informiert.

Ein weiterer Schwerpunkt eines MEDIA Desks ist die Betreuung der Presse – und Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation von Seminaren und Veranstaltungen inkl. Stände, Infomaterial sowie die Erstellung von Faltwand & Faltdisplay für den jeweiligen Zweck.

Das umfangreiche Antrags – und Ausschreibungsmaterial wird vom MEDIA Desk in die betreffende Sprache übersetzt. So übersetzt beispielsweise das MEDIA Desk in Hamburg Informationen des MEDIA Desk in Luxemburg für seine Interessenten auf Deutsch. Ein MEDIA Desk koordiniert die Fördergelder, prüft Anträge und vermittelt Filmverleihen und anderen Akteuren der MEDIA Gefüges Adressen. Auch als Produzent bekommt man hier Hilfestellung.

Folgende Mitgliedsländer hat die MEDIA Filmförderung bereits (nach Alphabet geordnet). Adressen des jeweiligen MEDIA Desks finden Sie online im Adressenportal:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern.

Filmfestivals in der EU

Er wird gefeiert, der Film. Überall auf der Welt. Auch in der EU, bei speziellen Filmfestivals, die sich manchmal sogar einem bestimmten Thema verschrieben haben. Wir haben einige Filmfestivals für Sie zusammen gestellt. Über manche von ihnen werden wir noch ausführlicher berichten, weil diese die Bekanntesten sind.

Zusammenstellung der Filmfestivals in der EU:

  • Internationales Frauenfilmfestival: Das Internationale Frauenfilmfestival findet in Dortmund / Köln statt. Es bietet eine optimale Plattform für aktuelle Entwicklungen in der Arbeit von Frauen und zwar in allen Teilen der Filmproduktion. Hier haben Frauen die Gelegenheit, ihre Arbeiten öffentlich zu präsentieren, egal, ob sie Kamerafrauen, Regisseurinnen, Filmmusikerinnen oder andere Filmschaffende sind. Das Festival öffnet sich allen Stilrichtungen und Genres und es wechselt jährlich den Standort – entweder Köln oder Dortmund.
  • LUCAS: Ein deutsches Filmfestival des internationalen Kinderfilms. Es wird jährlich in Frankfurt am Main ausgetragen. Es ist mit seiner Gründung im Jahre 1974 das älteste deutsche Kinderfilmfestival. Veranstaltet wird es vom Deutschen Filminstitut (DIF), vom Deutschen Filmmuseum, dem Bundesverband Jugend und Film e.V (BJF) und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen).
  • Die Nordischen Filmtage Lübeck (NFL): Erstmals veranstaltet wurden sie im Jahre 1956 vom Lübecker Filmclub. Sie gehören zu den traditionsreichsten Filmfestivals auf der ganzen Welt. Spezialisiert haben sich die Nordischen Filmtage Lübeck auf die Präsentation von Filmen aus dem Norden und dem Nordosten des europäischen Kontinents. Damit sind sie das einzige deutsche Filmfestival mit dieser Spezialisierung und das (neben dem später hinzugekommenen Filmfestival Rouen) das einzige Filmfestival in Europa, welches diesen Themenschwerpunkt setzt.

Bei jedem Filmfestival gibt es natürlich viele Zaungäste, waren auch Sie schon einmal dabei?
Wir haben Ihnen für die folgenden Festspiele eine eigene Informationsseite angelegt:

Die Berlinale

Der Name „Berlinale“ steht für die  Internationalen Filmfestspiele Berlin. Die Berlinale gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche auf der ganzen Welt. Im Jahre 2010 findet die 60. Berlinale statt. Sie zählt als größtes Publikumsfestival der Welt (mit mehr als 230.000 verkauften Eintrittskarten und etwa 430.000 Kinobesuchen).

Bei der Berlinale läuft alles auf, was im internationalen Filmgeschäft Rang und Namen hat. Neben sehr vielen deutschen Schauspielern und Regisseuren oder Produzenten ist die Berlinale auch ein beliebter Ort für internationale Künstler, wie etwa Sharon Stone, Clint Eastwood, Leonardo DiCaprio oder Cate Blanchett. Auch Mode – und Lifestylemagazine sind stets interessiert an Filmfestivals dieser Art, denn sie präsentieren die Outfits der Stars als neueste Trends in der aktuellen Zeitschriftenausgabe. Des Weiteren schreiben sie über aktuelle Gerüchte, berichten den neuesten Klatsch und Tratsch über die Stars und Sternchen. Doch mittlerweile wird sogar der Nachwuchs vorgestellt und es wird natürlich gerne über ihn berichtet. Welches der Starkids spielt Lego oder fährt gerne mit einem Laufrad, welches trägt Prada oder Dior. Dem Nachwuchs bleibt in der Regel nichts erspart.

Gegründet wurde das Filmfestival Berlinale im Jahre 1951. Der Festivaldirektor heißt seit 2001 Dieter Kosslick. Das Festival wird neben privaten Sponsoren aus dem Bundeshaushalt finanziert. Die Berlinale hat sich zum herausragendsten Medien – und Kulturereignis Berlins entwickelt. Die aktuellen Spielstätten, in denen die Filme präsentiert werden sind unter anderem der Berlinale Palast, der Zoo Palast, die Kinos Cinemaxx, Urania, Kino International und der Friedrichspalast.

Die Jury zeichnet die Filme, die im Wettbewerb am besten abschneiden, mit dem Goldenen und Silbernen Bären aus. Es werden in den verschiedenen Unterkategorien bis zu 400 Filme gezeigt, 20 Filme sind nominiert und stehen jedes Jahr im Wettbewerb miteinander. Der Gewinner erhält den Goldenen Bären, der zweitbeste Film den Silbernen Bären. Der Gläserne Bär geht an den besten Film des Kinderfilmfestivals. Er wird von der Kinderjury vergeben. Es gibt noch weitere Preise, wie etwa den Leserpreis der Beliner Morgenpost oder den Preis für den besten Erstlingsfilm.

Am Festival selbst nehmen etwa 20.000 Fachbesucher teil, welche aus 120 Ländern anreisen. In mehr als 100 Länder wird von den etwa 4200 anwesenden Journalisten darüber berichtet.

Die Viennale in Wien

Die Abkürzung „Viennale“ steht für das Vienna International Filmfestival, ein 12- tägiges Filmfestival in Wien. Es findet seit dem Jahre 1960 jedes Jahr in Wien statt, und zwar im Oktober. Veranstaltungsorte und somit auch Orte für die Präsentation der Filme sind das Metro – Kino, das Stadtkino, das Gartenbaukino, das Filmmuseum, das Urania und das Künstlerhaus – Kino.

Geschichte der Viennale
1960 realisierte der Verband der österreichischen Filmjournalisten seine Idee, ein internationales Filmfestival auch in Österreich, mit Austragungsort in Wien abzuhalten. Man nannte dieses Ereignis „Erste Wiener Filmwoche“. Im Künstlerhaus wurden österreichische Produktionen neben 18 ausländischen Filmen präsentiert, Preise gab es jedoch keine. Sigmund Kennedy war der erste Direktor der Viennale (1963). Das Programm im Jahre 1963 war auf qualitative Komödien geschnitten, welche in der Urania gezeigt wurden.

Im Jahre 1968 erhielt das Filmfestival mit dem neuen Festivalleiter Otto Wladika eine neue Ausrichtung. Er setzte einen Schwerpunkt auf osteuropäische Filme. Das Motto hieß „Filme, die uns nie erreichten“. Ab diesem Zeitpunkt wurde für jedes Jahr ein Motto ausgewählt, welchem sich das Festival besonders widmen wollte.

Im Laufe der Jahre wechselten die Festivalleiter und die Ausrichtungszeit wurde auf 15 Tage verlängert.1987 wurde zum ersten Mal ein Preis auf der Viennale verliehen, der Wiener Filmpreis. Seine nächste Verleihung erfolgt allerdings erst im Jahre 1991, seitdem wird er jährlich vergeben. Im Jahre 1993 gab es erstmals vier Kinos, die die Filme ausstrahlten. Diese waren die Urania, das Künstlerhaus – Kino, das Stadtkino und das Metro – Kino. Mittlerweile werden der FIPRESCI – Preis der Internationalen Vereinigung der Filmkritiker, der Wiener Filmpreis und der Preis der Tageszeitung „Der Standard“ vergeben (Leserjury).

In der heutigen Zeit setzt sich das Programm aus filmischen Arbeiten aus aller Welt zusammen. Es werden internationale und nationale Premieren gezeigt, auch im Bereich des Dokumentarfilms, dem Crossover – Bereich oder dem internationalen Kurzfilm. Zum Programm der Viennale gehören auch Galavorführungen oder Publikumsgespräche nach den Filmvorführungen.