Restaurierung von Filmen

Analoges Filmmaterial ist aufgrund seiner stofflichen Beschaffenheit äußerst anfällig gegenüber altersmäßigen Verfallserscheinungen. Falsche Temperaturen, Luftfeuchte oder chemische Verfallsprozesse sorgen dafür, dass die Negative im Laufe der Jahre bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt werden. Das filmische Kulturgut fällt über kurz oder lang unweigerlich der Vernichtung anheim und ist schlimmstenfalls für die Nachwelt unwiederbringlich verloren.

Bei der digitalen Filmrestaurierung ist daher das zentrale Ziel die authentische Abbildung des Originals in dessen Ursprungsqualität. Dank moderner Digitaltechnologie ist dieses Ziel heutzutage kostengünstig umsetzbar, so dass es sich mittlerweile auch vermarkten lässt. Der Restaurierungsprozess gliedert sich in mehrere Teilschritte auf, die alle sorgfältig eingehalten werden müssen, um ein entsprechend sehenswertes Ergebnis zu erzielen.

Zunächst ist es wichtig, den Zustand des Materials genau zu dokumentieren. Anschließend sollte möglichst lückenlos nach Quellen gesucht werden, die auf fehlende oder beschädigte Teile des Filmmaterials schließen lassen. Eventuell erhalten gebliebene Kopien können als Vergleichsobjekte dienen und das Originalmaterial ergänzen. Nach Sichtung der Bild- und Tonstoffe kann mit der Erstellung eines Konzepts für die technische Vorgehensweise bei der Restaurierung begonnen werden.

Besonders empfindlichere Negativmaterialien weisen häufig kleinere Beschädigungen auf, die natürlich nicht auf der Kopie erscheinen sollen. Daher werden diese Beschädigungen zuerst mechanisch beseitigt und erst danach eingescannt und in digitale Bilder umgesetzt. Nicht alle Unreinheiten lassen sich allerdings mechanisch ausmerzen. Nach der Digitalisierung des Negativs kommen also spezielle Restaurierungsprogramme zum Einsatz, die die restlichen Störungen entfernen. Auch Licht- und Farbwerte, Altersschäden, Farbstich und Verblassungen müssen korrigiert werden, bevor das gesäuberte digitale Negativ wiederum aufgezeichnet werden kann. Hierbei muss sorgfältig darauf geachtet werden, den ursprünglichen Stil des Films nicht zu verfremden und die originalen Farbeffekte beizubehalten. Daten retten, ohne das Original zu manipulieren, ist hier die Devise.

Zwischen dem analogen Original und der digitalen Adaption gibt es zwar im idealen Fall keine Unterscheidungen in der Bildqualität, wohl aber in den Abspielmodalitäten. Die digitalen Daten lassen sich nun nicht mehr einfach so abspielen, sondern müssen vom Computer Bild für Bild aufgerufen werden. Damit dies in der Originalzeit geschehen kann, sind enorme Datenspeicher nötig.

Nach der Bildübersetzung kann mit der digitalen Restaurierung der Tonsignale begonnen werden.
Auch bei der Tondigitalisierung ist es wichtig, den Originalton zu erhalten. Die Sprachverständlichkeit kann aber auch hier verbessert und kleine Mängel beseitigt werden.

Speziell Authentizität und Original-Klang des digitalisierten Tonsignals sollen erhalten und die Sprachverständlichkeit bei Bedarf verbessert werden. Abschließend wird auf digitaler Ebene bildgenau synchronisiert. Die anschließende Synchronisierung von Ton- und Bildsignal erfolgt ebenfalls auf digitalem Weg.